Selbstbau einer beleuchteten Küchenwand im Wohnwagen

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beleuchtetes Panel 2

DIY einer beleuchteten Küchenwand – eine Anleitung

Servus Happys, Bernhard hier. Heute möchte ich den Entstehungsbericht einer beleuchteten Küchenrückwand in meinem Wohnwagen vorstellen. Eine beleuchtete Wandplatte, die im Wohni hinter der Kuechenzeile von mir verbaut und auch im Vorfeld entworfen wurde.

(Hierbei habe mich an einem bereits existierenden Muster der Sprite Cruzer Modelle – siehe links – orientiert.)

Folgende Vorgeschichte

Wir waren  2018 auf der f.r.e.e in Muenchen und haben uns Hals über Kopf in einen Wohnwagen verliebt und diesen kurz darauf gekauft, obwohl das „nie und nimmer“ angedacht war.

Aber wie so oft – unverhofft kommt oft. Unser neuer Wohnwagen ist nun ein Brite aus der Swift Gruppe, genau das Modell Sprite Alpine 470 CF Sport. Und jetzt kommt es: seine größeren Brüder sind die Modelle „Mondial und Cruzer“ und genau diese beiden Modelle haben eben jene beleuchtete Wandplatte an der Küchenrückwand installiert. Wir hatten sie – nicht. Diese beleuchtete und einzigartige Platte aber hatte sich von Anfang in meinen Kopf manifestiert. Aber so was von. Die musste ich einfach haben. Koste es was es wolle!

Nach kurzer Rückfrage beim Händler habe ich erfahren, dass es die Platte beim Hersteller leider nicht als zusätzliches Extra für die Alpine Modelle zu bestellen bzw. zu kaufen gibt. Somit war die Entscheidung schnell klar, diese Platte einfach selbst in Eigenregie anzufertigen. Das kann ja sooo schwer nicht sein.

Da ich im Grafik und Druckbereich meine Wurzeln habe, stand der Entschluß schnell fest, dieses Motiv/Design selbst zu zeichnen und auch selbst zu drucken.

Tipp für Nachbauer: Es wäre ab diesem Zeitpunkt möglich gewesen, jedes erdenkliche Motiv, auch z.B. persönliche Fotos als Rückwandmotiv zu wählen.

Zunächst dachte ich also, dass es ein leichtes Spiel sein wird, aber immer wieder zeigten sich bei dem gesamten Projekt Hürden.

Mit Unterstuetzung eines Board-Mitglieds (die ebenfalls Grafikerin ist und auch einen Cruzer mit dieser beleuchteten Platte hat) galt aber der Satz wo ein Wille da ein Weg und da sie mich stets mit Bildern und den nötigen Infos versorgt hat, sollte dem auch so sein.

Vielen Dank Marion, ohne dich wäre es so nicht gegangen!!!

Schritt 1

Bevor das Projekt losging stand ich schon vor der ersten Hürde, die so nicht eingeplant war.

Der Alpine hat ein anderes (dickeres) Rollo als seine großen Brüder. Die Wandplatte (Acrylglas) lies sich somit schon gar nicht zwischen den Wasserhahn und zum Rollo hin einbauen. Das bedeutete: Ausschau halten nach einem geeigneten und somit dünneren Rollo. Nach einiger Recherche habe ich dann beim großen O… das passende Rollo zum passenden Preis gefunden.

Somit stand also fest, altes Rollo raus und neues rein. Ein bischen Anpassung war nötig, aber es passt. Das ursprüngliche Rollo konnte ich bei ebay kleinanzeigen gleich wieder verkaufen und dafür das neue bezahlen. Das nenne ich mal einen guten Deal.

Schritt 2

Das Holzpanel, welches hinter der Spüle im 45 Grad Winkel verbaut war, wurde entfernt, da  die beleuchtete Platte und ein Teil der Beleuchtung sowie der entsprechenden Elektrik  dahinter installiert werden mussten.

Dieses Holzpanel war mit zwei Schrauben werksseitig direkt in die Rückwand gebohrt und lediglich mit zwei Folien-Holz-Dekor-Klebepunkte abgedeckt worden. Da die beiden Bohrlöcher künftig nicht mehr verwenden werden, war das ganze unschön. Und so machte ich aus der Not eine Tugend und verbaute doch gleich den Schalter für die Beleuchtung  und eine zusätzliche Steckdose.

Die Löcher sind nun weg und die Elektroeinheit ist installiert. Daumen hoch! Aber Obacht bei der Elektrik – das muss jemand machen, der sich damit auskennt… Also eine Elektrik-Fachkraft. Safety first.

Für den Einbau der Steckdosen/Schalter (Berker Integro Flow) habe ich eine selbstgezeichnete  Einbauschablone verwendet, die ich auch gerne hier verlinke.

Schritt 3

Die Platte ist eine aus dem Baumarkt erhältliche 4mm Acrylglasplatte. Ich habe sie zunächst grob auf Länge zugeschnitten und dann vor das neue Rolle gestellt um die Lage der Ausfräsung festzulegen, damit man später das Fenster sowie das Rollo erreichen und natürlich auch bedienen kann.

Ein Kumpel, der Modellbau als Hobby betreibt, hat mir die Platte dann nach meinen Vorgaben gefräst. Auch hier ein Danke an Klaus!!

Er hatte zwar vorher noch nie Acryl gefräst, meinte jedoch: Versuch macht klug! Ein weiser Satz. Denn – was soll ich sagen, hat prima geklappt.

Zusätzlich habe ich auf meinem Digitaldrucker schon mal einen ersten Teil des Aufklebers gedruckt, um zu sehen wie das schlußendliche Ergebnis mal aussehen könnte. Die Platte wurde nach der Fräsung im Wohni erstmal auf Maß getestet – ALLES TOP!

Schritt 4

Jetzt ging es daran, das Dekor zu zeichnen. Hierzu nutze ich Corel Draw und mit den Vorgaben von Marion hat das Zeichnen eigentlich ganz gut geklappt. Ich habe mich hier an dem Motiv orientiert, welches die Cruzer Modelle haben und welches mir von Anfang an gefiel. Meiner langjährigen Erfahrung im Grafikbereich sei Dank, somit hat im Großen und Ganzen alles prima geklappt!

Schritt 5

Entgegen meiner ersten Meinung, dass es sich hierbei um einen einfachen Aufkleber handelt, musste ich lernen, dass der Aufkleber ein sogenannter „Hinterglasaufkleber“ ist. Ich musste mich erstmal schlau machen, wie das überhaupt geht und kam schnell zum Schluß, die Arbeit lieber zu vergeben, da ich die passenden Folien nicht lagernd habe.

Einen Dank an Aufkleberdealer.de, die mir das ganze schnell und einfach umgesetzt haben – auf der HP von aufkleberdealer.de findest du die Infos für „Hinterglasaufkleber“.

Die Folierung des Hinterglasaufklebers auf die Acrylplatte hat meine Frau übernommen , die mir in meinen Projekten und im Grafikbereich immer zur Seite steht und mich stets fleißig unterstützt. DANKE MEIN SCHATZ!!!!!!!!

Schritt 6

Etwas Kopfzerbrechen hat mir die Einbaukonstruktion gemacht, da es galt, die Platte sauber und mit den passenden LED zu installieren. Das Ganze hat mich schliesslich viel Recherche, schlaflose Nächte und einige Stunden im Baumarkt und Internet gekostet.

Welche Leisten passen? Welche LEDs sind die richtigen? Wie baue ich die Unterkonstruktion…? Fragen über Fragen und viele schlaflose Nächte! Irgendwie jedoch hat sich dann alles beim täglichen Handwerken ergeben und es fand sich immer irgendwie eine Lösung!

Schritt 7

Jetzt war alles irgendwie so nahe. LEDs und Aufkleber wurden geliefert, die Umsetzung war im Kopf. Jetzt hieß es nur noch… Komm! Auf Gehts! Mach dein Projekt! Man(n) kennt das ja. Es fand sich dann genau dieser eine Abend, an dem alles passte.

Du hast Lust und Laune auf dein Projekt und alles lief irgendwie von alleine. Unterkonstruktion eingebaut, Platte eingesetzt, Led`s aufgesetzt, provisorisch zusammengebaut und den ersten „Light Check“ durchgeführt.

(Auf der Platte ist übrigens noch eine Schutzfolie aufgebracht, die ich erst kurz vor dem Einbau entfernen werde, darum wirkt das Licht etwas trübe)

TARA. HEUREKA!!! Da war es, dieses wunderbare und unbeschreibliche Gefühl! Deine Idee war realisiert. Von einer Sekunde auf die andere. Herzschlag und fast ein bischen Pipi in den Augen. Und das völlig zurecht. Plötzlich war alles vergessen. Deine schlaflosen Nächte, in denen du gedacht hast: wie geht es morgen weiter, welche Lösung findest du für dein Problem, etc..!

Schritt 8

Nachdem nun alles in allem funktioniert, geht es nur noch darum, das Provisorium was du bislang aufgebaut hast, in einem Fine Tuning umzusetzen. Hier noch die ein oder andere Leiste, das Kabel noch zum Schalter,  da noch eine Kleinigkeit und und und…

So werde ich noch einen kleinen Dimmer verbauen, um das doch bislang helle Licht der LEDs in ein stimmungsvolles Licht umzuwandeln.

Fazit

Ich bin genau an dem Ergebnis angekommen, welches ich mir vorgestellt habe und bin nun einfach nur HAPPY!

Das Wohlfühlklima in unserem Wohni wurde nochmal gesteigert. Das ganze macht ein super Raumklima. Diese „nackte/kahl wirkende Rückwand“ war mir von Anfang an ein Dorn im Auge und nun ist sie ein richtiger Hingucker geworden!

Wen es interessiert, hier noch eine kleine Preiszusammenstellung.

  • Acrylglas ca. 25€
  • Hinterglasaufkleber ca. 60€
  • 2 LEDs ca. 20 Euro
  • Einbauleisten / Holz / Winkel / Litzenkabel etc. ca. 20€
  • neues duenneres Rollo: 38,50.-  -> wurde mit dem Verkauf des ausgebauten Rollos finanziert.

Und nun wünsche ich Euch vielleicht sogar viel Spass beim Nachbauen und immer gutes Gelingen. Solltest Du Fragen zu dem ein oder anderen Punkt haben, so schreibe diese oder auch sonstiges Feedback gerne in die Kommentare unten.

Und möchtest Du diesen Artikel teilen – sehr sehr gerne. Es würde mich total freuen.

Stefan übrigens hat mir schon signalisiert, dass er die Idee so klasse findet, dass er selbst auch diesen kleinen Umbau wagen möchte – dabei wird selbstverständlich die Kamera wieder laufen und vielleicht gibt es dann hier auf dieser Page sogar noch ein kleines Video zum Um- / bzw. Nachbau.

Nun sage ich Servus und bis zum nächsten mal!

Gruß,
Bernhard

8 KOMMENTARE

  1. Lieber Bernhard,
    ich ziehe echt meinen Hut vor Dir. Du hast echt was auf dem Kasten.
    Dein Projekt ist ein absoluter Knaller und echt ein Hinkucker.
    Ich wünsche Euch weiterhin nun noch schönere Momente in Eurem Wohni.
    LG André

  2. Hallo Andre, danke für deine lieben Worte. Mir liegt halt eher das Handwerken, dafür kann ich aber als Moderator und Filmemacher wohl eher den Hut nehmen, den du vor mir ziehst! Naja, da hat jeder so seine Glanzseiten, wobei du als Handwerker ja auch schon einiges an den Tag gelegt hast! Gruß Bernhard

  3. Hallo Bernhard,
    das hast Du wirklich klasse gemacht! Ich spiele nun auch mit dem Gedanken, das ganze nachzubauen.
    Ich habe eine Sprite Alpine 470. Könnte ich die Folie evtl. über Dich beziehen?
    Viele Grüße
    Jürgen

    • Hallo Juergen, upps sorry ich habe den Beitrag gerade erst gelesen. Ja kannst du. Melde dich einfach mal. Ich bin auf Facebook unter Bernhard Schlicker zu finden. Schreib einfach eine PN an mich dann können wir Details besprechen.

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