Einbaubericht einer Dometic Freshwell 3000 Staukastenklimaanlage in einen Sprite Alpine 470 CF

Hallo Happys. Bernhard hier, wieder mit einem weiteren Einbaubericht.

Diesmal habe ich eine Staukastenklimaanlage in unseren geliebten Wohni eingebaut und möchte euch einen Einblick gewähren wie ich das umgesetzt habe.

Wir haben schon länger mit einer Klima geliebäugelt. Der diesjährige Sommer hat uns dann die Entscheidung relativ leicht gemacht, die Investition in eine Klimaanlage zu tätigen. Da der Wohnwagen neu ist und wir auch planen, diesen die nächsten Jahre zu behalten, denken wir auf jeden Fall, dass sich die Investition auf jeden Fall lohnt. Auch bei einem Verkauf des WW sehe ich eine Klimaanlage als  förderliches  Verkaufskriterium, welche sich auch im Verkaufspreis wieder einbeziehen lässt.

Dachklima vs Stauraumkastenklima: der Streitpunkt schlecht hin!

Der Entscheidung eine Staukastenklimaanlage zu verbauen, gingen viele Überlegungen bereits vor dem Kauf voraus, da beide Klimaanlagen sowohl Dachklima aber auch Stauraumkastenklimaanlage einige Pros und eben auch Contras haben.

Stefan hat ja schon ein ausführliches und informatives Video bei Wohnwagen Gérard gedreht und auf YouTube gepostet, welches Du hier findest.

Bei uns fiel die Dachklima aufgrund der Aufbauhöhe und wegen des Gewichtes aus dem Rennen. Wir wären nämlich mit dem Wohni nicht mehr in die Garage gekommen, und diese Option wollte ich unbedingt weiterhin haben, auch wenn das gute Stück im Winter in einer Halle steht. Ferner gefiel mir dann in Folge der Gedanke das Gewicht der Anlage bodennah zu haben und nicht am höchsten Punkt des Wohnwagens. Das wird einem aber auch erst so richtig klar, wenn man mal so eine Anlage von A nach B transportiert.

Auch wenn es sich hier um eine „leichte“ Anlage handelt wird einem erstmal klar, dass es doch immerhin 20kg sind.  Hättest du ein Gepäckstück mit 20kg und würdest dieses Gepäckstück in den Oberschränken deines Wohnas verpacken, wäre jedem sofort klar, dass das eigentlich ein beladungstechnisches NOGO wär.

20kg…????- wieviel wiegt eigentlich eine Kiste Bier…ratter ratter ratter… ja genau! Und wir wissen alle – das ist schon eine gewisse Hausnummer.

Zum Vergleich: eine Dometic Dachklima Freshjet 2200 wiegt sogar 32kg.

Wichtiger Hinweis:

Unter diesem Aspekt gesehen, ist auch vor dem Kaufentscheid einer Dachklimaanlage die Dachlast eines jeden Wohnis zu prüfen!

Vor dem eigentlichen Einbau ging einiges an Recherche voraus, hinsichtlich

  • dem exakten Einbauort
  • welche Klimaanlage wird es letztendlich (Truma vs Dometic, incl. Heizoption oder nur Kühlen)
  • Leistung und Leistungsaufnahme (auch hier unterscheidet sich die Dometic zur Truma)
  • Montage/Positionierung der Luftausblasgitter und nicht zuletzt die Verlegung der Rohre samt „Dükerrohrverlegung“ usw usf…

Als ich die Einkaufsliste für die Stauraumkastenklimaanlage zusammengeschrieben habe, ist mir übrigens erstmal aufgefallen, was da noch zusätzlich an Kosten hinzukommen, die gar nicht so ganz ohne sind.

Besonders teuer finde ich die Kaltluftrohre, aber gut, braucht man eben.

Dies sollte auf jeden Fall berücksichtigt werden. Bei der Dachklimaanlage entfallen diese Kosten weitgehend, da bereits alles kompakt an der Anlage dran ist. Sie ist in der Regel aber auch teurer als eine Staukastenanlage und somit kompensiert sich das Ganze am Ende auch wieder.

Einbau/Einbauzeit.

Für den Einbau der Anlage incl. Rohrleitungen verlegen, Ausblasgitter einbauen etc, habe ich ca. 6 bis 7 Std gebraucht.

Hier möchte ich jedoch anfügen, dass mir mein Nachbar Thomas während des Einbaus mit Rat und Tat, sowie mit einer Top Werkzeugausstattung zur Seite stand und es für ihn selbstverständlich war, seine Gerätschaften wie Hebebühne,  Stichsäge, Akkuschrauber, Bohrer, etc. sowie diverses Kleinmaterial zur Verfügung zu stellen. (Kaffee und ein Durchhaltebier inclusive…. Also das komplette ALL INCLUSIVE HAPPY CAMPER KLIMAANLAGEN INSTALLATIONS Sorglos Paket…

Vielen Dank an meine Nachbarn, die natürlich ebenfalls HAPPY CAMPER sind!

Ein paar Restarbeiten (Fine Tuning) sind noch zu erledigen, ich denke hier werde ich nochmal so ein bis zwei Stunden brauchen. Außerdem muss noch eine 230 V Anschlussdose vom Elektriker an die Sargent EC400 Stromeinheit angeschlossen werden.

Einbauort Klimaanlage und Luftausblasgitter.

Der Einbauort war eigentlich relativ schnell gesichtet.

Vorne unter der linken Bank des Sprites bietete es sich förmlich an. Die Maße der Klimaanlage passten wie Arsch auf Eimer zum Einbauplatz. Es war lediglich eine Zwangsbelüftung und eine Strebe im Weg, die es nun gilt im Nachhinein durch eine passende Lösung zu ersetzen. Die Zwangsbelüftung, die an dieser Stelle werksseitig verbaut war, fiel zur Hälfte in die Aussparung des Luftauslasses. Ist also keine wirkliche Dramatik, die Stelle lässt sich mit Sikaflex auffüllen.

Da der Ladebereich meines Wohnis im hinteren rechten Teil (unterm französischem Bett) liegt, sowie eine Sackmarkise auf der rechten Fahrzeugseite hängt, kam mir die linke Seite gerade recht, um das ganze Gewicht zu kompensieren.

Außerdem findet das Dükerrohr unter dem Wohni nun geradlinig seinen Weg  von der Klima zum Schrank, wo das Kaltluftrohr verlegt wurde, um die zwei Ausblasgitter dort mit der entsprechenden Kaltluft zu versorgen.

Die beiden Ausblasgitter im Schrank sind als „Comfort Lösung“ konzipiert. Eine weitere Düse wurde bodennah verlegt da es sich so angeboten hat.  Derzeit ist noch ein Ausgang an der Dometic frei. Ich werde erstmal einen Test machen, wie ich mit dieser Lösung zu recht komme und kann ohne größeren Aufwand ein drittes Rohr mit Ausblasgitter als Comfort oder eco Lösung verlegen.

Einbau der Klimaanlage.

Der Einbau selbst ist für einen halbwegs versierten Handwerker keine große Herausforderung. Für die Positionierung der Ausschnitte hält Dometic eine Einbauschablone im Lieferumfang  bereit. Hier ist nur darauf zu achten, dass unterm Wagen keine Bauteile wie Wasserrohre Strom oder Gasleitungen oder das Fahrwerkchassis im Wege ist.

Die Einbauschablone für die Aussparungen die am Boden des Wohni getätigt werden,  einfach mit einem Klebeband am Boden fixieren und die benötigten Ausschnitte auf die Bodenplatte übertragen. Ich habe hierzu mit einem kleinen Bohrer die Ecken der Ausschnitte bzw. die Mitte der runden Kondenswasserauslässe angebohrt und anschließend, nach Entfernen der Schablone mit einem Filzstift verbunden.

Die Einbauposition/Bohrlöcher der mitgelieferten Befestigungen (Metallhalter) die für die Klima vorgesehen sind, kannst du ebenfalls schon auf den Boden mit übertragen.)

Tipp: Wenn du die Ecken der vorgegeben Aussparungen erstmal mit einem kleinen Bohrer (ca. 3mm) vorbohrst, siehst du unterm Wohni schon, ob du richtig gemessen hast. Das gibt dir Sicherheit und falls was nicht passen würde ist so ein kleines Loch nicht weiter tragisch. Sikaflex drauf und gut ist es.

Zum Schluss noch kurz in jeder Ecke ein größeres Loch gebohrt um mit der Stichsäge entsprechend eintauchen, bzw.  um die Ecken schneiden zu können.

Tara – auf geht’s! Jetzt kommt das, wovor sich jeder Wohnibesitzer scheut! Dem geliebten Wohni ein Loch verpassen und ständig diese Angst im Nacken, beim Messen doch was falsch gemessen zu haben bzw. falsch angezeichnet zu haben.

Doch nochmal kurz ein Check???—- hmmmm –Ja—- , noch einmal messen und von unten gucken!

Ich kenne dieses Gefühl!

So…aber jetzt—– Stichsäge in die Hand, Augen zu und durch.  Es geht los!! Schweißausbruch und zittrige Hände!

Aber nach ein paar Minuten Saegearbeit wirst du von dem Ergebnis übermannt! Es ist vollbracht!

Jetzt kannst du vom Wohni aus nach draußen gucken ohne durchs Fenster schauen zu müssen. Lach!

First Check.

Jetzt kannst du deine Klima probeweise mal auf die Aussparungen heben und von unten gucken ob alles passt!

CHECK-passt!

Aussparungen versiegeln.

Nach der ganzen Sägearbeit geht es nun darum, die Ausschnitte zu versiegeln, um eindringende Feuchtigkeit absolut keine Chance zu geben.

Hierzu verwendest du ein geeignetes Dichtmittel, wie z.b Sikaflex 221 und schmierst die Schnittkanten „satt“ damit ein. Mit einer kleinen Spachtel und etwas Wasser kannst du das Dichtmittel sauber verteilen und glätten.

Bei der Arbeit kam ich mir vor wie ein Konditor, der seinen Kuchen mit Sahne verziert.

Wenn alles gut versiegelt ist, kannst du gleich die beiden mitgelieferten Schutzgitter von unten montieren, die verhindern sollen, dass sich grober Schmutz und Ungetier in der Klima einhausen.

Die Gitter habe ich ebenfalls mit etwas Sikaflex geklebt und zusätzlich mit den mitgelieferten Schrauben fixiert.

Jetzt ist erstmal Zeit für einen Kaffee, dann hat das Sikaflex Zeit etwas zu trocknen. Außerdem gönnen wir unserem Rücken und den Knien mal eine kurze Auszeit damit der Körper wieder in Form kommt. Warum sind Wohnis auch nur so eng. Na ja, dann wäre es ja auch nur halb so kuschelig!

Weiter geht’s!

Nachdem ich die Befestigungshalter der Klima montiert habe und die beiden Kondenswasserabläufe gesteckt habe, habe ich die Klima über die gesägten Öffnungen positioniert und mit den Haltebändern fixiert.

Thomas, mein Nachbar hat von unten geschaut, dass die beiden Kondenswasserabläufe sauber mit dem Gehäuse der Klima positioniert sind, damit das Kondensat sauber ohne Leckage im Innenraum ausfließen kann.

Ich habe im Anschluss die beiden Kondenswasserröhrchen außen herum mit einer Dichtraupe (Sikaflex) versehen, damit die auch wirklich fixiert sind.

Heureka! — Die Klimaanlage wäre an und für sich somit schon mal verbaut!

Verlegung der Luftrohre.

Zugegebener Maßen kann dieser Part mitunter der schwierigste Part am ganzen Einbau sein. Je nach Einbauort der Düsen ist hier etwas Kreativität und Bastelarbeit gefragt. Es gibt verschiedene Lösungen wie und wo man seine Luftausblasgitter positioniert.

In meinem Fall habe ich mich entschieden, zwei Ausströmer in den Hochschrank zu legen die mittels einem Y Zweig von einem Rohr gespeist werden. Dieses Rohr musste jedoch mittels einer Unterflurlösung „Dükern“ gelöst werden, d.h. es müssen weitere Löcher in den Boden gebohrt werden. In meinem Fall waren es zwei kreisrunde Bohrungen.

Auch hier galt es, die richtige Positionen von oben aber auch von unten zu finden damit nichts im Wege ist und nichts beschädigt wird.

Ich hab mich entschieden mit 2 Dükerbögen zu arbeiten. Die Bögen ermöglichen es,  einen sauberen Rohrverlauf herzustellen. Außerdem sind die Bögen einfach mit ein paar Schräubchen zu installieren und bilden einen sauberen Übergang zwischen Wohnwagenboden und dem Luftrohr.

Zuerst wollte ich, dass das Luftrohr an der Schrankrückwand irgendwo rauskommt. Nach genauer Betrachtung unterm Wohni wäre das aber schwierig geworden, da der Chassis Rahmen im Weg war.

Thomas hatte dann die blendende Idee das Rohr in einer Ecke an der Vorderseite des Schrankes zu verlegen. Das hat unser Problem erstmal mit der Dükerrohrverlegung gelöst.

Wenn ihr jetzt glaubt, dass nun alles gut sei, dann aufgepasst!

Wie so oft, manchmal müssen Sachen die nicht passen passend gemacht werden. Warum? Es war das Abwasserrohr der Spüle und vom Waschbecken im Weg. Genau da wo der Dükerbogen platziert werden musste war ausgerechnet dieses Rohr. Kurzum und schnell entschlossen haben wir das Rohr verlegt. Extraaufwand der so nicht eingeplant, aber auch dennoch schnell gelöst war!

Nun wurden die Löcher für die beiden Dükerbogen gebohrt, die Dükerbogen von unten eingeschraubt und mit einer Kaltluftleitung sowie dem Dükerrohr verbunden.

Die Verbindung zwischen Klimaanlage und Kaltluftrohr (im Schrank) war somit hergestellt.

Installation der Luftauslassgitter.

Die beiden Luftausströmer im Schrank wurden platziert, entsprechend angezeichnet und mit einem Multiwerkzeug (Schwingsäge) die Aussparungen geschaffen. Luftausströmer mit zwei Schrauben fixiert. Fertig.

Hier habe ich mich für die etwas hochwertigere Variante der Luftausströmer von Truma entschieden. Jetzt noch mit zwei kurzen Rohren und Y Abzweig mit dem Hauptrohr verbinden –Fertig-

Die zweite Düse unter der Sitzbank war Ruck Zuck eingebaut. Ist ja nur ein runder einschraubbarer runder Ausströmer so wie man es von der Heizung kennt. Noch schnell ein Rohr verlegt, von der Klima zum Ausströmer, und auch hier war alles in Windeseile getan.

Funktionsweise und Fazit des Einbaus.

Eigentlich ist jetzt soweit alles gemacht und verbaut, um den ersten Funktionscheck zu machen. Also schnell den Elektro-Stecker und den IR Empfänger ran und los geht’s.

Nach kurzer Wartezeit konnte man schon eine Kühlung bemerken, ebenso wurde die Heizfunktion getestet. Alles bestens!!

Jetzt kann also der nächste Sommer, aber auch die kühlen Tage kommen!

Seit dem Einbau der Klima beschäftige ich mich aktuell der Frage, ob man das Geräusch der Klima (Außen) noch etwas eindämmen kann, unter dem Motto: Auf eine gute Nachbarschaft auf dem Campingplatz!

Bei meiner Recherche bin ich immer wieder auf einen Ausblaskanal von Truma gestoßen, jedoch nichts von Dometic. Ich habe mit dem Dometic Kundendienst persönlich telefoniert und auch hier wurde mir bestätigt, dass DOMETIC für diese Anlage nichts vorsieht.

Bei Truma ist mir aufgefallen dass dieser Kanal auch nur für Anlagen geeignet sind, die keine Heizfunktion haben. Das gab mir den Anlass auch bei Truma kurz Rücksprache zu halten. Mir wurde von Truma gesagt, dass es bei Klimaanlagen die eine Heizfunktion haben in Verbindung mit einem Ausblaskanal zu Beschädigungen an den Anlagen kommen kann. Auf meine Frage hin, ob der Kanal benutzt werden kann wenn die Heizfunktion nicht benutzt wird, wurde mir gesagt, dass dies möglich ist.

Mir geistert gerade schon wieder ein neuer Gedanke im Kopf evtl. einen klappbaren Ausblaskanal zu bauen…

So jetzt aber genug!!! Ich hoffe es hat euch Spaß gemacht den Bericht zu lesen und konnte ggf. dem ein oder anderen eine kleine Einbau-oder Entscheidungshilfe in Sachen Klimaanlageneinbau geben.

Zu guter letzt möchte ich hier nochmal bei allen Bedanken die mir bei der Vorbereitung, dem Kaufentscheid und natürlich bei der Durchführung der Arbeiten unterstützt haben.

Danke Matze, Danke Thomas und auch ein Danke an den luckycamper, dessen Videos (Einbau einer Freshwell 3000) ich zu Hauf im Vorfeld angeschaut habe. Kann ich nur empfehlen… vielen Dank für dein YouTube Video!

Happy Gruß vom Happy Bernhard, der seit neuestem mit der Zipfelmütze und Winter Jacke  im Wohni sitzt…

3 KOMMENTARE

  1. Hallo Bernhard,
    Tip top beschrieben, hätte ich damals gut gebrauchen können . Das wird vielen Bastlern helfen.
    Ich wünsche dir seeeeehr heiße Campingtage das du auch viel Spaß an deiner Klima hast.
    Herzlichen Dank für die freundliche Erwähnung in deinem Bericht.

    In kürze gibt es auch bei mir was großes neues und spannendes….bin voll aufgeregt
    VG Maik

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