Checkliste für die Abfahrt mit dem Wohnwagen

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Was ist vor der Abfahrt mit dem Wohnwagen zu tun?

Vielleicht mag nun der ein oder andere sagen – dafür braucht man doch keine Anleitung, das haben wir doch schon 1000 mal gemacht. Und ja, das mag sein. Allerdings führt auch ein Verkehrspilot vor jedem Start penibel und sorgsam seine Checks durch – sicherlich aus gutem Grund: er hat eine riesen Verantwortung. Und wenn wir ganz ehrlich sind: die haben auch wir. Wir ziehen 1,5 plus minus Tonnen hinter unserem Fahrzeug durch die Gegend und sollten daher ebenfalls genau hinschauen, dass der Start entspannt gelingen kann.

Aus diesem Grund haben wir hier die unserer Meinung nach wichtigen Punkte zusammengeschrieben, die es vor dem Start mit dem Wohnwagen zu beachten gilt. Du findest diese Liste übrigens auch als wirkliche Checkliste zum Ausdrucken – druck sie aus, nimm sie mit und hake nach und nach alle durchgeführten Punkte ab – eben wie ein verantwortungsvoller Pilot.

Hol Dir die gleich die passende Checkliste.

Das Ankoppeln des Wohnwagens

Zunächst einmal sollte Dein Wohnwagen gut und sicher beladen sein. Schwere Sachen unten, leichte oben, Stützlast beachten und natürlich auch das maximale Gewicht um Auge behalten. Dazu lassen wir uns übrigens an anderer Stelle jeweils aus…

Nun kümmerst Du Dich um den Gasanschluss. Den darfst Du nämlich – solltest Du keine zB Truma Mono oder Duo Control CS (mit Crashsensor) verbaut haben – kurz bearbeiten. Schliesse ggf. die Flasche, löse den Schlauch (Achtung – er sollte nicht wild rumbaumeln können) und setze den Schutzdeckel auf den Flaschenverschluss.

Ist das getan, ist es Zeit für die Hochzeit. Wir führen zusammen, was zusammen gehört. Am besten geht dies natürlich mit zwei Leuten. Einer fährt, einer weist ein. Solltest Du alleine sein und das Glück haben, auf ebener Fläche zu stehen, hilft Dir vielleicht unser kleiner Trick ein bisschen weiter. Ich habe in meinem Fahrzeug einen mittig platzierten Heckscheibenwischer. Diesen nutze ich gerne als Anpeilinstrument, immerhin ist die Kupplung ebenfalls mittig… Wir zeigen Dir das einfach mal in unserem Video.

Steht Dein Wohnwagen optimal über der Kugel des Fahrzeuges, öffnest Du den Verschluss der Kupplung (diese rastet bei vielen Modellen ein) und drehst Du das Bugrad so weit rein, dass Die Kupplung die Kugel aufnimmt – bis zum Einrasten der Kupplung. Jetzt noch die AntiSchlingerKupplung schliessen, Wohnwagenbremse nochmals anziehen (sicher ist immer sicher) und erst mal durchatmen.

Mit neuer Kraft geht es nun ggf. an die Stützen. Sollten sie oder wenigstens eine davon noch unten sein – bring sie hoch. Und hoch heisst: bis ganz nach oben. Sonst sprühen bei jeder größeren Bodenwelle Funken. Sieht zwar geil aus, vor allem bei Nacht, ist aber eher suboptimal.

Jetzt bringst Du das Stützrad in Fahrposition – achte hierbei auf den richtigen Sitz – und sicherst es gegen erneutes Runterrutschen. Heureka. Die Verbindung sitzt. Tut sie das wirklich? Das gilt es zu testen. Ich ziehe händisch den Wohnwagen an der Deichsel nach oben. Manche nutzen dafür das Stützrad, welches sie nochmals runterkurbeln und so Druck auf die Verbindung bringen. Meine Meinung? Händisch reicht, zumindest war es bei uns bei allen Fahrten so.

Weitere Vorbereitungen vor dem Start

Vieles ist nun bereits geschehen. Aber noch nicht alles. Also weiter geht die wilde Wutz.

Natürlich benötigt Dein Wohnwagen eine Stromzufuhr, allein schon für die verlässliche Funktion der Beleuchtung. Dazu bringst Du Deine Anhängersteckdose und den Stecker zusammen und drehst diesen in der Regel ein wenig, um ihn zu arretieren. Spätestens jetzt benötigst Du eine zweite Person, um die Beleuchtung zu checken. Funktionieren Licht, Blinker, Rückfahrscheinwerfer, Nebelschlussleuchte und Bremslicht ordentlich? Wenn ja, Haken dran. Fein.

Fertig? Nein – noch nicht. Also weiter!

Nun darfst Du Deinen Poppes nochmals in Deinen Caravan bewegen, um auch innen nochmals nach dem rechten zu sehen. Und gerne auch nach dem linken. Sind alle Fenster verschlossen? Ist das HEKI – was übrigens Hebe Kipp Fenster bedeutet – zu und gesichert? Sind alle Schränke verschlossen? Der Kühlschrank ebenso? Alles was nun noch beweglich ist, wird sich bewegen. Glaub es mir. Wir hatten mal aus Spass die GoPro im Wohnwagen postiert und einige Sequenzen während der Fahrt aufgenommen. Da ist Stimmung in der Bude…!

Was ich übrigens immer wieder beobachte: wieso fahren so viele Leute mit einer aufgestellten SAT Antenne auf dem Dach? Vergessen? Vom Wind aufgestellt? Was auch immer der Grund ist – gut kann das für die Schüssel nicht sein. Solltest Du also einen SAT Spiegel auf dem Wohnwagendach haben, dann stell sicher, dass auch der eingeklappt und fixiert ist. Sonst liegt der irgendwann wohl neben der Autobahn. Und wir sind uns einig: da gehört der nicht hin.

Kurz vor der Abfahrt

Nun hast Du (fast) alles fertig. Wohnwagen hängt ordentlich hinten dran. Licht geht. Im Innenraum ist alles gesichert. Die Beladung passt. Die Stimmung steigt.

Dann löse jetzt noch die Handbremse des Wohnwagens (wird auch gerne vergessen…), atme nochmals tief ein & aus und nun geht es los. Vielleicht nicht gleich mit vollem Drehmoment, sondern die ersten Meter gerne etwas langsamer. Komm in den Flow.

Und dann – ja, dann sagen wir: gute Reise und einen tollen Urlaub!

Viele tollen Informationen findest Du übrigens in diesem Buch.