Klimaanlagen im Wohnwagen und Camper

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Kühlen Kopf auch im Sommer – Klimaanlagen im Wohnwagen

Wir kennen das sicher alle – im Sommer am Strand muss die Sonne ordentlich bruzzeln und wir geniessen die warmen Abende im Süden. Doch spätestens dann, wenn wir uns zur Ruhe legen wollen, fällt ein guter Schlaf bei 28,9 Grad im Camper eher schwer. Da hilft nur eines: wir schauen uns mal an, welche Möglichkeiten es bzgl. unterschiedlicher Klimaanlagen im Wohnwagen und Wohnmobil gibt.

Varianten für Klimaanlagen im Wohnwagen

Natürlich bietet der Markt auch bei den unterschiedlichen Klimaanlagen Möglichkeiten für jeden Geschmack und die unterschiedlichen Geldbeutel. Dabei unterscheiden wir zwischen den sogenannten Stauraumklimaanlagen, den Dachklimaanlagen und auch Varianten zum Aufstellen und / oder Einhängen in die Fenster sind erhältlich.

Dabei haben natürlich alle Möglichkeiten ihre ganz spezifischen Vor- und auch Nachteile. Und auf diese wollen wir hier einen kleinen Blick werfen, um Dir eine eventuelle Entscheidung zu erleichtern.

Dachklimaanlagen

Eine der bekannteren Varianten der Klimaanlagen im Wohnwagen und Wohnmobil sind die Dachklimaanlagen. Sicherlich hast Du diese schon auf vielen Gespannen gesehen – denn sie werden aufgrund ihrer vielen Vorteile gerne verbaut. Erhältlich von den unterschiedlichsten Herstellern wie Truma oder Dometic, von etwas günstiger (ab ca. 1500 Euro) bis hin zu etwas kostenintensiver (bis ca. 2200 Euro), natürlich in Abhängigkeit von der Kühlleistung. Hier gilt die Prämisse: je größer der Wohnwagen, je stärker sollte demzufolge auch die verbaute Klimaanlage sein.

Einer der größten Vorteile einer Dachklimaanlage ist recht simpel zu erklären. Nachdem das Gerät im Dach verbaut wird, hast Du aufgrund der physikalischen Grundsätze (kalte Luft sinkt nach unten…) eine gute Luftverteilung und Zirkulation in Deinem Gefährt.

Weiter ist der Einbau für den Profi (oder auch den versierten Handwerker) immer dann recht entspannt möglich, wenn eine Standart 40*40 Dachluke ersetzt werden kann. In diesem Fall ersparst Du Dir das Aussägen des Daches und ersetzt einfach die Dachluke durch die Klimaanlage.

Ist an der gewünschten Stelle keine Dachluke vorhanden, so ist der Aufwand selbstverständlich etwas größer. So muss zum einen eine geeignete Stelle für den Einbau gefunden werden (hierbei unbedingt auf Dachlatten und Kabelstränge achten!) und darüber hinaus muss natürlich die Säge angesetzt werden. Diesen Weg beschreiben wir übrigens im oberen Video, in dem der Ausschnitt gut zu sehen ist.

Meiner Meinung nach stehen dem Vorteil der guten Luftverteilung allerdings zwei Nachteile entgegen: zum einen hast Du von jetzt auf gleich relativ viel Gewicht (eine solche Dachklima wiegt schnell mal 25-30 Kilogramm!) an einer für Anhänger eher schlechteren Stelle – weit oben – verbaut und zum anderen benötigt die Klimaanlage natürlich einen 230V Stromanschluss, welchen man an die gewünschte Stelle legen muss.

Wenn Du das hohe Gewicht an ungünstiger Stelle eher meiden möchtest und dazu noch Platz in einem Staukasten hast, bietet sich für Dich vielleicht die nächste Variante an…

Staukastenklimaanlagen

Die nächste Variante im Bereich der Klimaanlagen im Wohnwagen sind die sogenannten Staukastenklimaanlagen. Hier ist der Name Programm, denn das Klimagerät wird einfach in einem vorhandenen Staukasten verbaut.

Hier sehen wir bereits einen riesen Vorteil: natürlich wiegt auch diese Variante einige Kilo (je nach Ausführung gute 20+ Kilogramm), dieses Gewicht allerdings liegt tief im Caravan und sorgt so für bessere Fahreigenschaften Deines Gespannes. Weiter ist oftmals die Verkabelung der Anlage deutlich einfacher zu gewährleisten.

Allerdings, Du hast es geahnt, bringt hier das Licht auch ein bisschen Schatten. Du solltest Dir bewusst darüber sein, dass eine Staukastenklimaanlage eine ordentliche Größe hat und somit ein Staukasten (zB unter der Mitteldinette) mit ihr oftmals komplett ausgefüllt ist. Solltest Du also schon jetzt nicht wissen, wohin mit Deinem ganzen Kram – dann ist diese Möglichkeit vielleicht nicht wirklich Deine erste Wahl.

Darüber hinaus spielt uns hier nicht Physik nicht in die Karten. Viele Hersteller, zB Truma oder auch Dometic bieten recht günstige Modelle (ab ca. 1300 Euro) in einer einfachen Variante an, bei der die Luftauslässe direkt in der nahen Umgebung verbaut werden – nämlich in Bodennähe. Du erinnerst Dich – kalte Luft nach unten. Blöd, wenn sie genau dort ausgelassen wird und somit den Wohnwagen nicht sonderlich optimal durchwirbelt.

Um hier eine gute Abhilfe zu schaffen, sind im Zubehörbereich viele Varianten an Erweiterungen erhältlich, um durch spezielle Kaltluftrohre die kalte Luft durch den Wohnwagen zu führen und diese an erhöhter Stelle austreten zu lassen. Auf keinen Fall ist zu raten, dafür die Heizungsrohre zu nehmen – diese würden durch eventuelles Kondenswasser recht schnell Adios sagen…!

Aus eigener Erfahrung kann ich an der Stelle allerdings eine Lanze für die Kühlleistung der Staukastenklima brechen. Wir hatten in unserem alten Knaus 500FDK eine eben solche verbaut – ebenfalls in der Eco Variante mit den unten angebrachten Luftauslässen. Zwar schliefen wir nicht im gefühlten Kühlschrank, doch was das auch nie der Plan. Uns hat diese Variante durchaus gereicht.

Weiter ist zu bedenken, dass auch bei der Staukasten Variante die Säge in die Hand genommen werden muss. So benötigt diese Klimaanlage im Wohnwagen in der Regel zwei größere und ein bis zwei kleine Löcher im Fahrzeugboden, welche passgenau gesägt (eine Schablone liegt jeweils bei) und natürlich auch ordentlich abgedichtet werden müssen, um eventuelle Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden.

Solltest Du lediglich ein klein wenig die Temperatur in Deinem Wohnwagen reduzieren wollen, so lohnt sich sicher auch noch ein Blick auf die dritte Möglichkeit…

weitere Varianten 

Immer weiter verbreitet sind mittlerweile auch unterschiedliche mobile Klimageräte in der Campergemeinde. So finden sich am Markt diverse Möglichkeiten, von ganz klein wie die Evapolar bis zu Geräten, die in die Fenster eingehangen werden können. Nach vielen Gesprächen – sowohl mit Campern als auch mit Händlern – tendiere ich allerdings nicht zu dieser Möglichkeit. Eigene wirkliche Erfahrungen konnte ich selbst bisher nicht machen. Sobald sich dies allerdings ändert, werde ich hier entsprechend ergänzen, damit die Übersicht über mögliche Klimaanlagen im Wohnwagen komplett wird.

das Fazit

Unsere Empfehlung geht daher aktuell ganz eindeutig zu den beiden am weitesten verbreiteten Möglichkeiten – der Dach- oder der Staukastenklima. Hier gilt es für Dich vor dem Kauf am besten eine fachmännische Beratung in Anspruch zu nehmen – beide Varianten haben tolle Vorteile und auch kleine entsprechende Nachteile.

Eines ist jedoch sicher – es ist einfach cool (haha – Wortspielwoche), abends in einen leicht gekühlten Wohnwagen zu steigen und einen wirklich guten und tiefen Schlaf zu geniessen. Wer jemals bei 37 Grad an der Adria – oder aktuell auch in unseren Breitengraden – abends vor Hitze nicht in den Schlaf kam, kann davon ein wunderbares Lied singen.

Somit ist der Einbau einer Klimaanlage in den Wohnwagen gerade für Camper, die gerne im Sommer verreisen, absolut eine Überlegung wert. Und vielleicht konnte dieser kleine Artikel Dir ein wenig Hilfestellung geben.

Wie auch immer Du Dich entscheidest – wir wünschen Dir tolle Zeiten auf all Deinen Fahrten.

 

 

 

 

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