Schon bald geht es wieder los auf den Campingplatz.

Zwar stehen wir aktuell vor der Weihnachtszeit und der Frühling ist augenscheinlich noch weit weg… Aber, und da bin ich mir ganz sicher, ist schwups auf einmal wieder Frühling. Geht genau so plötzlich wie auf einmal Weihnachten vor der Tür steht. Und wer weiß, vielleicht habt ihr euch mit dem Christkind abgestimmt, dieses mal einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil unter den Baum zu legen. Oder der Tag der Auslieferung steht im Frühjahr an und ihr könnt es kaum erwarten das erste mal auf Tour zu gehen. Wie dem auch sei, für alle die bald das erste mal auf einen Campingplatz losziehen wollen, gibt es hier nun den „ultimativen“ Guide wie das so funktioniert auf dem Platz.

Das erste mal auf einem Campingplatz

Kurz vor der Abfahrt zum Campingplatz
Die Markise wurde vorher noch eingerollt

bei uns ist das noch gar nicht so lange her. Nämlich im August 2017 war es für uns das erste mal. Mit einem angenehmen 180er Ruhepuls habe ich das erste mal meinen kleinen Anfängerwohnwagen, einen Doppelachser mit 9m Länge, an meinen kleinen VW Bulli T5 angekoppelt, Familie ins Auto geworfen und bin mit etwas über 14 Meter Gesamtlänge los gefahren. Hatte ich schon mal einen Wohnwagengespann gefahren?? Nö… mal abgesehen von 2 km, da habe ich den Wohnwagen lediglich vom Vorbesitzer abgeholt. Es ging nach Winterswijk… zum Campingplatz „de twee Bruggen“… cooler Platz by the way, berichten wir später mal drüber!

Auf der Autobahn ging soweit auch alles glatt… easy… ich kann es einfach… Autobahnabfahrt – Landstraße – Schild Campingplatz – Mist gebaut…

Ich stehe vor der Schranke am Campingplatz und stelle in dem Moment fest, ich habe mich an 4 Gespannen „vorbeigemogelt“ die sich alle, so wie es sich natürlich gehört, auf den Wartestreifen gestellt haben und zur Rezeption gegangen sind um dort die Formalitäten zu erledigen. Ups…

Na den… zurück und drehen… öhm… ja ne is klar. 14 Meter rückwärts fahren ohne Erfahrung, dann auch noch drehen… Als die Passanten um uns herum gecheckt haben was ich da gerade vor habe, sind auffallend viele stehen geblieben um sich das anzugucken…
Lange Rede kurzer Sinn, hat zwar funktioniert… aber anschliessend musste ich duschen, weil schweissgebadet.

Das als Beispiel wie man es nicht machen sollte… aber solche Dinge passieren… und damit sie euch nicht passieren, folgt nun ein sehr allgemeiner Ablauf auf einem Campingplatz…

Ist eine Reservierung notwendig?

Reservierungen können Sinn machen. -Photo by Estée Janssens on Unsplash-

Ganz klar „jein“! Kommt immer drauf an wohin und vor allem wann. Der Campingboom geht an den Plätzen ja nicht spurlos vorbei. An den langen Wochenenden und vor allem in der Ferienzeit würde ich mich nicht darauf verlassen, dass ein Platz grundsätzlich am Wunsch – Campingplatz frei ist. Gerade die 5* Plätze in Holland erfreuen sich recht großer Beliebtheit und sind gerne an vielen Tagen im Jahr ausgebucht. Wenn ihr also wisst, auf welchem Platz ihr unterkommen wollt, dann macht es durchaus Sinn vorher zu fragen und zu reservieren. Dann seid ihr auf der sicheren Seite. Für ebenso viele Campingplätze wird es wiederum nicht notwendig sein… aber es wäre ja ärgerlich vor Ort enttäuscht zu werden, weil der Platz doch voll ist und man weiter ziehen muss.

Angekommen

Mein obiges Beispiel mag zwar amüsant sein…. aber auch ganz schön dämlich. Also bitte darauf achten, vor der Schranke auf dem in der Regel dafür bereit gestellten Parkstreifen  in der richtigen Reihenfolge zu warten.
Ab zur Rezeption und anmelden. Wenn ihr oft im Jahr unterwegs seid, kann man über den Erwerb einer Campingkarte von z.B. ADAC oder die ACSI nachdenken. Diese und weitere Karten bieten unterschiedliche Ersparnisse je Platz zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr. Ich kann über diese Karten keine Erfahrungen berichten, weil ich sie nicht habe… warum eigentlich nicht? … weil ich bin so ein fauler Mensch… schlimm…

Bei der Anmeldung / Rezeption

müsst ihr Namen und Anschrift und mit wie viel Personen ihr unterwegs seid etc etc angeben. Oft bekommt ihr auch einen Plan vom Platz, evtl. eine Schrankenkarte um auf den Platz zu gelangen und wieder herunter zu fahren. Mittlerweile gibt es aber auch einige Plätze da draussen, die Schranken haben, die das Nummernschild vom Fahrzeug scannen und euch somit Einlass gewähren.

Parzellen auf dem Campingplatz

Es gibt auf einigen Plätzen verschiedene Parzellen. Das sind die Plätze, wo ihr euch mit Wohnwagen / Wohnmobil und Auto hinstellen könnt. Standardparzellen haben häufig um die 80-100qm, meist einen gut zu erreichenden Stromanschluss und einen Wasseranschluss in der Nähe.
Dann gibt es Komfortparzellen. Diese sind dann schon etwas größer, 100 – 120qm, in Ausnahmefällen noch größer, und haben Strom- und Wasseranschluss separat auf der Parzelle zur eigenen Nutzung. Evtl. auch einen eigenen Abwasseranschluss. Das finde ich immer sehr gut. Bei 4 Leuten im Wohnwagen wird bei uns ständig gespült, Hände gewaschen und für sonst was Wasser im Wohnwagen verbraten… wenn man dann das Abwasser per Schlauch von der Unterseite des Wohnwagens direkt in einen Ablauf laufen lassen kann, und somit nicht ständig den ***schweren Abwassertank über den Platz wuchten muss zum nächsten Gulli… finde ich das super!
Soviel zum Thema Wasser und Strom.
Der letzte Schrei auf modernen Campingplätzen sind dann die Luxusparzellen und die haben…. aufgepasst was jetzt kommt: EIN PRIVATSANITÄR. Wie geil ist das denn bitte schön? Raus aus dem Wohnwagen, rein ins eigene Bad… Beheizt, mit eigener Dusche und „eigenem“ Klo. Ich finds geil… ehrlich.  O.k… zwingend notwendig ist es nicht… aber welcher Luxus im Leben ist das schon?

Alles aufgebaut
Alles aufgebaut

Auf eurer Parzelle angekommen, solltet ihr vielleicht noch drauf achten, den Wohnwagen mit der Tür nach vorne zu stellen…. nicht das es mir jemals passiert wäre den Wagen falsch herum abgestellt zu haben… nie… aber stellt euch mal vor, ihr müsst um den Wagen herum gehen… euch durch die Hecke kämpfen um in den Wohnwagen zu gelangen.
Ist mir tatsächlich einmal passiert, zwar habe ich den Fehler sofort nach dem Aussteigen aus meinem Auto bemerkt… aber das eine oder andere Schmunzeln bei den umstehenden Nachbarn blieb mir nicht verborgen.

Camper helfen sich auf dem Campingplatz

Geschafft.. endlich entspannen auf dem Campingplatz. -Photo by Blake Wisz on Unsplash-
Geschafft.. endlich entspannen. -Photo by Blake Wisz on Unsplash-

Die Wohndose steht, Markise ist draussen, Bierchen auf dem Tisch und Füsse hochgelegt. Ihr habt es verdient. Nun könnt ihr genüsslich den nach euch eintreffenden Campern beim Rangieren und Schieben und Wuchten des Wohnwagens zusehen…. NATÜRLICH NICHT! Raus aus dem Stuhl und Hilfe anbieten. Ihr glaubt gar nicht wie oft man dadurch nette Leute kennenlernt und wie gut das gemeinsame Bierchen bei einem SmallTalk schmeckt. Und ihr werdet bestimmt in Situationen kommen, bei denen ihr ebenfalls dankbar sein werdet, wenn jemand seine Hilfe anbietet. Ausserdem… Camper helfen sich einfach untereinander!

Entsorgung der Chemietoilette auf dem Campingplatz

Das ist jetzt der eher unangenehme Teil am Campen… habt ihr kein Privatsanitär und nutzt eure eigene Toilette im Wagen, ist es irgendwann unausweichlich, dass ihr die Kassette vom Chemieklo entleeren müsst. Mein erstes mal war mir echt unangenehm…. da rennt man mit seinen Hinterlassenschaften quer über den Platz und ein jeder der dich sieht, weiss womit du spazieren gehst… Aber man gewöhnt sich dran. Schliesslich machen das fast alle auf dem Platz. Hast Du das erst 2-3 mal gemacht, ist es dir völlig egal. Und vor allem ist das allen anderen auf dem Platz egal. Die wissen doch alle, dass es notwendig ist.
Selbstverständlich darf die Toilette nur in den dafür vorgesehenen Stationen entsorgt werden. NIEMALS dafür einen Gulli oder dergleichen benutzen.

Sanitärgebäude auf dem Campingplatz

Sanitäre Einrichtungen gehören zum Campingplatz dazu -Photo by Paul Green on Unsplash-
Sanitäre Einrichtungen gehören zum Campingplatz dazu -Photo by Paul Green on Unsplash-

Jeder Campingplatz hat i.d.R. auch ein Sanitärgebäude. In dem sind Toiletten und Duschen, Waschräume und auch manchmal öffentliche Waschmaschinen und Trockner zu finden. Oft ist die Nutzung von Duschen kostenfrei, auf einigen Plätzen muss man aber auch mit einer Gebühr von 0,50€ – 1,00€ rechnen.

Ruhezeiten auf dem Campingplatz

Gibt es streckenweise immer noch…. echt jetzt… wie ich meinen beiden Kinder von knapp 3 Jahren und 17 Monaten beibringen soll, doch bitte nicht von z.B. 13:00 Uhr bis 15:00 Uhr auf dem Spielplatz lautstark zu toben, weiss ich nicht. Aber man sollte versuchen, diese Ruhezeiten, sofern sie angegeben sind, einzuhalten. Das Abends und Nachts ab einer gewissen Uhrzeit Ruhe einkehren sollte, versteht sich wohl von selbst.

Abfahrt und Late Check out

Irgendwann ist der Tag der Abreise vom Campingplatz dann doch gekommen und die Parzelle muss geräumt werden. Damit der nächste Camper mit Freude auf seine Parzelle kommt, bitte keinen Müll hinterlassen. Auch vor Verlassen der Parzelle nochmal nach Heringen schauen die im Boden vielleicht nicht sofort auffallen, solltet ihr euer Vorzelt oder die Markise damit abgespannt haben.

In der Regel bittet der Campingplatz um eine Abreise gegen 11:00 Uhr. Die Zeit variiert jedoch von Platz zu Platz und ist auch von der Jahreszeit und der Belegung des Platzes abhängig. Einige Plätze bieten für einen kleinen Obolus (5-10€) die verspätete Abreise an. Das heißt ihr könnt dann bis Abends stehen bleiben und den Abreisetag noch auf dem Campingplatz geniessen. Wir nutzen das häufig bei Plätzen die bei uns in der Nähe sind, um das Wochenende voll auszunutzen. Jedoch habe ich dieses Jahr feststellen müssen, dass einige Plätze in der Ferienzeit „Kraft souveräner Willkür“ dafür einen kompletten Tag berechnen. Das fand ich sehr ärgerlich, zumal zu dem Zeitpunkt bei uns einige Parzellen auf dem Campingplatz frei waren. Ausserhalb der Ferienzeit ist das uns aber noch nicht passiert.

Beim Verlassen des Platzes bitte daran denken alles wieder abzugeben… Schlüssel, sofern erhalten, Schrankenkarte etc…

Ich durfte auch schon was per Post zurück schicken, nachdem ich dann zuhause festgestellt habe, dass ich noch den Schlüssel vom Privatsani in der Jeans hatte…

1 KOMMENTAR

  1. Super Infos. Das mit dem Haltestreifen wusste ich z. B. noch gar nicht. Auch schön geschrieben. Am Liebsten mehr davon! LG Toddi

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