Wohnwagen autark machen

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Den Wohnwagen autark gestalten

Viele Camper träumen davon, ihren Wohnwagen autark zu gestalten, um unabhängiger reisen und campen zu können. Dabei ist eine autarke Aufrüstung gar nicht außerordentlich schwierig und bewegt sich auch finanziell in der Regel im akzeptablen Rahmen.

Dabei kannst Du auf ganz unterschiedliche Möglichkeiten zurückgreifen. So zum Beispiel der Kauf eines entsprechenden Elektromoduls, welches die nötige Batterieladefunktion und natürlich auch die Versorgung der Stromverbraucher im Caravan übernimmt. Und gegebenenfalls sogar bereits eine Möglichkeit zur Anbindung eines Solarmoduls besitzt. Oder die kostengünstigere Variante, mit den entsprechenden Bauteilen seine autarke Lösung selbst zu entwicklen.

Wir persönlich nutzen Variante A – die zwar einen etwas höheren finanziellen Invest bedeutet, dafür jedoch deutlich einfacher zu realisieren ist. Das dachten wir zumindest. Aber lest selbst.

Wohnwagen autark gestalten mit dem Elektroblock CSV409 der Firma Schaudt.

Wohnwagen autark

Unsere bzw. meine damalige Überlegung bei der Suche nach einer Lösung, den Wohnwagen autark zu gestalten, landete schnell beim Elektroblock der Firma Schaudt CSV409. Immerhin hatte unser Knaus bereits eine kleinere Variante dieser Firma verbaut. Und so dachte ich mir „Stefan, bist ein schlauer Fuchs und tauscht die alte einfach gegen die neue Variante…“.

So war der Plan, doch leider funktionierte es nicht einfach so. Zwar konnte ich sowohl die Batterie anschließen, alle 12V Verbraucher im Wohnwagen wie Licht, TV, Umluftgebläse etc. funktionieren, jedoch blieb die Wasserpumpe beim Betätigen der Wasserhähne stumm. Nach vielen Versuchen des Umsteckens der Verkabelung wendete ich mich schließlich völlig desillusioniert an die Firma Schaudt. Und dort erfuhr ich folgendes:

Leider passen die Mikroschalter in meinen Wasserhähnen nicht zu diesem Elektroblock. Eine Möglichkeit wäre nun, eben diese Mikroschalter gegen passende auszutauschen, um eine Funktionstüchtigkeit des CSV409 zu ermöglichen. Dies kam für mich allerdings nicht ansatzweise in Betracht. Und so war guter Rat teuer – und ich fand eine Lösung.

Unsere „spezielle“ Lösung, den Wohnwagen autark zu machen.

Ich verbaute den neuen Elektroblock wie ursprünglich angedacht. Auf dem oberen Bild kannst Du einen Blick auf die potentiellen Anschlüsse werfen. Du findest dort:

  • die 12V Verbraucher
  • einen Anschluss für die Anhängerkupplung / Kfz
  • natürlich den Anschluss für 230 Volt Landstrom
  • den nötigen Anschluss für die Wohnwagen Batterie
  • und zusätzlich einen Anschluss für ein eventuelles Solarpanel

Sowie die Möglichkeit, die Art der Batterie einzustellen (Säure / Gel). Allerdings konnte ich meine Wasserpumpe eben nicht an dieses Model anschliessen, so dass die Anschlüsse PU- und PU+ sowie PS1 / PS2 frei blieben.

Aber ich wollte doch auch Wasser im Wohnwagen haben und darauf nicht verzichten. Ergo verbaute ich mein altes Model einfach als 12V Verbraucher an einen freien 12V Ausgang des CVS409. Dies ist, dessen bin ich mir bewusst, sicherlich keine Paradelösung, stellte jedoch für mich die einzige Möglichkeit dar.

Dazu nahm ich den angesprochenen 12V Ausgang bei Modul neu und setze diesen in Verbindung mit dem 12V Eingang AHK 13 und 9 beim alten Modul. An diesen setze ich wiederum die Pumpe am entsprechenden Ausgang an. Klingt verrückt, ist es sicherlich auch. Aber es funktioniert. Und das mittlerweile seit über 4 Jahren.

Um bequem zum einen den Ladezustand der Batterie als auch des Frischwassers abzufragen, haben wir uns noch das Anzeigepanel LT411 von Schaudt gegönnt. Dieses verfügt weiter über den obligatorischen Hauptschalter.

Mittlerweile gibt es übrigens weitere Module ähnlicher Bauart bei der Firma Schaudt. Hier wird diese Problematik wohl aufgegriffen. Eine Übersicht der Modelle findest Du auf deren Homepage inkl. ausführlichem Downloadbereich. Suche dort einfach nach -> Stromversorgung CVS -> mit Ladefunktion und Du findest alle aktuellen Modelle. Solltest Du bereits konkrete Fragen haben, so kannst Du Dich auch direkt an den Support wenden, der mir damals schnell zur Seite stand.

Die richtige Batterie finden, um den Wohnwagen autark zu machen.

Die damalige zweite Überlegung war: welche Batterie verwende ich. Und so machte ich mich auch über dieses Thema schlau. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Säure / Gel / AGM Batterien. Wir haben uns schnell für eine AGM Batterie von Optima mit 75 AH entschieden. Diese hat ausreichend Reserven, um auch mal zwei drei Tage autark stehen zu können. Dazu ist sie auslaufsicher und „gasungsfrei“, was natürlich im Wohnwagen eher vorteilhaft ist. 😉

Bei der Wahl der für Dich passenden Batterie, solltest Du Dir bewusst sein, welche Geräte Du wie lange im Wohnwagen autark betreiben möchtest. Den ganzen Tag TV schauen und Festbeleuchtung geniessen? Am besten noch mit 12V Halogen Lichtern? Oder wenig Licht (vielleicht sogar sparsame LED Leuchten) und nur selten größere Verbraucher wie TV? Willst Du mal einen Abend autark stehen oder gleich am besten eine ganze Woche? Mit unserer 75 AH Variante kommen wir gut und gerne 4 Abende hin, inkl. LED Licht, mal TV und das Heizungsgebläse über die Nacht. Und dann ist die Batterie irgendwann leer. Aber es kann Dir als Anhaltspunkt für Deine Entscheidung dienen.

Wohin kommt die Batterie?

Auch diese Frage darf beantwortet werden. Immerhin handelt es sich bei der Batterie um einen Gegenstand, der gut und gerne mal 26 Kilogramm. Und das ist beim Camping eine Hausnummer.

Daher verbauten wir unsere Batterie unterhalb der Mittelsitzbank und somit fast mittig im Wohnwagen platziert. Um eine feste und zuverlässige Fixierung des Energiespeichers zu gewährleisten, griffen wir auf eine Variante der Firma Truma zurück. Der Vorteil dieser Möglichkeit ist: Du bist sehr flexibel in der Anbringung. Einfach die 4 Metall“Ösen“ am Boden verschrauben, durch die Du dann die beiden Spanngurte ziehst. Diese halten die Batterie dann an Ort und Stelle.

Achte lediglich auf die passenden Schrauben. Zu kurz = zu wenig Halt. Zu lang = sie schauen durch Deinen Wohnwagen Boden. Beides ist so dann sicherlich nicht gewollt…

Für unsere Variante, den Wohnwagen autark zu machen, benötigst Du also lediglich:

Aktuell liegen die Preise dieser Komponenten in Summe bei ca. 630 Euro, wobei zum einen das Elektromodul mit knapp 300 Euro und die Batterie mit ca. 230 Euro am meisten zu Buche schlagen. Dazu kommt dann noch ggf. etwas Kabelmaterial und Werkzeug, je nachdem wie Du hier ausgestattet bist. Und doch – auch wenn der Invest durchaus etwas höher ist, empfehlen wir diese Möglichkeit zu 100 %.

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